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Inhalt:

Wallfahrt nach Marienstatt: Mit Blitz und Paukenschlag

Wandern für die Tiere

Veganer Markt in Ahrweiler

Jugendwallfahrt 2018

Stadtdekan Pfarrer Nebel zu Gast bei den Tiwis


Wallfahrt nach Marienstatt: Mit Blitz und Paukenschlag

Am 7. Juni 2018 morgens um halb sieben war es so weit: In der Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Gebhardshain wurden wir ausgesendet zur großen Wallfahrt nach Marienstatt. Dort kommen alljährlich am Oktavtag von Fronleichnam Tausende Pilgerinnen und Pilger zusammen, überwiegend aus den Bistümern Trier, Limburg und Köln. Sie alle nehmen diesen Tag aus dem Trubel des Alltags heraus, um ihn der Mutter Gottes zu widmen. Und ganz nebenbei ist der Tag auch noch für etwas anderes gut: für den Gemeinschaftssinn. An kaum einem anderen Tag im Kirchenjahr wird es so deutlich, dass wir als Christinnen und Christen zu einem gemeinsamen Ziel unterwegs sind.

Das Pontifikalamt im Abteihof wurde in diesem Jahr geleitet von Abt Anselm van der Linde OCist, dem Vorsteher des Zisterzienserklosters Wettingen-Mehrerau in Bregenz (Österreich) und Abtpräses der Mehrerauer Kongregation, zu der auch Marienstatt gehört. In seiner Predigt erinnerte Abt Anselm daran, wer der Gastgeber ist beim Abendmahl. Das sei nicht der Priester und nicht der Bischof und nicht einmal der Papst, sondern Christus selbst. Und wenn Christus der Gastgeber sei, dann habe auch nicht der Mensch das Recht zu entscheiden, wer teilnehmen dürfe und wer nicht. Eingeladen seien alle, die an Tod und Auferstehung Jesu Christi glaubten. Eine Ausgrenzung aus konfessionellen, rassischen oder anderen Gründen dürfe es nicht geben. Da war es wie ein Paukenschlag: der Widerspruch zum Vatikan, der zurzeit wieder mehr damit hadert, Menschen anderer Konfessionen zum Abendmahl zuzulassen.

Einzug in den Abteihof

Abt Anselm führte sogar noch weiter aus: Man solle sich doch mal die Tischgemeinschaft Jesu beim letzten Abendmahl ansehen. Da habe Judas, der Verräter, dazugehört, Petrus, der Verleumder, Thomas, der Zweifler. Das seinen Menschen gewesen mit Schwächen und Fehlern. Und wenn diese Menschen Jesus willkommen waren, warum sollten wir es dann nicht sein? So ermunterte Abt Anselm die Anwesenden, nicht über mangelnde Vollkommenheit zu grübeln, sondern sich auf die Gemeinschaft mit Christus einzulassen. (Er erhielt einige Runden kräftigen Applaus).

Nach dem Hochamt verwandeln sich die Reihen der Gläubigen in ein buntes Gewimmel. Dann suchen alle die Ihren, um mit ihnen gemeinsam zu Mittag zu essen. Viele lassen sich auf einem schönen Fleckchen nieder (in Marienstatt ein Leichtes!) und halten ein Picknick. Andere ziehen ins Brauhaus oder stärken sich an den diversen Ständen. Die Wallfahrtsküche liefert ganz traditionell Erbsensuppe mit Würstchen. Die Variante ohne Fleisch, die wär dann noch eine Aufgabe für die Zukunft.

Für 13:00 Uhr steht am Wallfahrtstag immer eine Entscheidung an: entweder in froher Runde sitzen bleiben (was durchaus verführerisch ist) oder in die Kirche gehen zur Pilgerandacht oder den Kreuzweg mitgehen. Der führt über den Kreuzberg und wird nach alten Texten gebetet und gesungen, die nur noch bei dieser einen Gelegenheit zu hören sind. Also Kreuzweg!

Blick auf die Basilika

Diakon Marco Kötting führte die Schar der Betenden an. Doch schon nach wenigen Stationen wurde sein Vorbeten unterlegt durch Donnergrollen. Mit der achten Station kam Regen dazu und nach der neunten Station mussten wir abbrechen und zurückrennen und Unterschlupf suchen. Ein mächtiges Gewitter war über uns - mit Megablitzen und krachendem Donner, mit Starkregen und Stromausfällen. Das alles konnten wir hautnah, dicht gedrängt und pudelnass in der Pforte erleben. Eine tolle Gelegenheit übrigens, um über Gott und die Welt zu reden und insbesondere noch einmal über das Abendmahl.

Der Fußweg nach Hause musste abgeblasen werden. Trotzdem wurde in der Abteikirche jede einzelne Prozession feierlich verabschiedet. Und dann ging's mit Fahnen, Flöten und Trompeten nach draußen, zwar nicht auf den langen Rückmarsch, sondern nur bis zur nächsten Bushaltestelle. Als wir in Gebhardshain ankamen, gab's noch den Abschluss mit Te Deum und sakramentalem Segen in der Pfarrkirche. Und schon jetzt gibt es die Vorfreude auf die Wallfahrt im nächsten Jahr - vielleicht sogar noch in Gemeinschaft mit weiteren Tiwis. Denn was sind wir anderes als Menschen unterwegs zu einem höheren Ziel? (mh)





Wandern für die Tiere

Start an der Grotte

Tiere bringen Menschen zusammen. So war das auch am Sonntag, dem 27. Mai 2018. Um die 30 Menschen - teils mit vierbeiniger Begleitung - waren zusammengekommen, um rund um die Liebfrauenkirche in Westerburg zu pilgern und dabei die Mitgeschöpfe in den Blick zu nehmen. Veranstalter waren die Gebetsgruppe "Laudato Si" der Liebfrauengemeinde und die Tiwis.

Los ging es an der Grotte gegenüber der Liebfrauenkirche. Pastoralreferent Gunnar Bach konnte eine bunte Truppe begrüßen: Jung und Alt, von katholisch bis atheistisch, von vegan lebend bis Fleisch essend. Sie alle bekamen ein und dieselbe Anregung mit auf den Weg, nämlich biblischen Texten und aktuellen Anliegen nachzuspüren und dabei vielleicht die eine oder andere Verbindung zu ziehen.

Der erste biblische Text war ein Auszug aus dem Schöpfungsbericht. Darin werden Mensch und Tier an einem Tag geschaffen, und sie alle bekommen Pflanzen zur Nahrung. Das sind starke Verbindungen. Trotzdem ist es eine andere Stelle, die im Laufe der Jahrhunderte in den Vordergrund getreten ist: der so genannte Herrschaftsauftrag. Abgeleitet wird er aus Formulierungen wie "macht euch die Erde untertan", "unterwerft sie euch", "herrscht über sie". Verstanden wird er als Freibrief zur Ausbeutung. Dabei ist das eigentlich Gemeinte etwas anderes, fast schon Gegensätzliches: Der Mensch soll die Erde in tätiger Verantwortung gestalten, und zwar zum Guten. Er hat keinen Herrschaftsauftrag, sondern einen Fürsorgeauftrag. Stoff genug zum Nachdenken und Austauschen für den Weg...

Wandern für Tiere

Die erste Station lag auf freiem Feld. Hier wurde der Bundestext gelesen. Er erzählt, wie Gott nach der Sintflut einen Bund schließt mit Menschen und Tieren. "Mit euch und mit euren Nachkommen", heißt es, "und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind." Die Stelle zeigt, wie Gott nichts und niemanden außen vor lässt. Menschen, Tiere, Schöpfung - sie sind eine Schicksalsgemeinschaft. Die Aufgabe für den Weg bestand darin, sich in die Rolle als Partner im Bund Gottes mit Menschen und Tieren einzudenken. Was bedeutet es, sich nicht herrschaftlich zu fühlen und aufzuführen, sondern geschwisterlich?

Monika beim Vortrag

Die zweite Station war weit entfernt von Gottes ursprünglichem Plan. Sie zeigte auf, was der Mensch aus der ihm anvertrauten Schöpfung macht, was er anrichtet durch den massenhaften Konsum von Tieren und tierischen Produkten. Jährlich werden allein in Deutschland rund 800 Millionen Tiere getötet. Schon aus dieser hohen Zahl ergibt sich eine ganze Reihe von Problemen: Umweltzerstörung für den Anbau von Futtermitteln in den Schwellen- und Entwicklungsländern, Hunger und Not der Menschen dort, Unmengen von Gülle und Nitratbelastung der Böden bei uns, Ausstoß von Klimagasen, multiresistente Keime, übelste Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen. Für die Tiere selbst ist das alles die Hölle auf Erden. Vom ersten bis zum letzten Atemzug erleben sie Gewalt, Entbehrung und Schmerz.

Die dritte Station führte zurück zu einem Hoffnungsbild, wie der Prophet Jesaja es zeichnet. Darin wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein, und Kalb und Löwe weiden zusammen. Kein Lebewesen muss ein anderes fürchten. Das ist das Reich Gottes! Als Christinnen und Christen glauben wir, dass dieses Reich bereits angebrochen ist, und wir erwarten seine Vollendung. Wandern für TiereUnd genau an dieser Stelle sollten wir unseren Glauben beim Wort nehmen: Wenn das Friedensreich das ist, was wir wollen - warum zeigen wir das dann nicht in unserem Leben? Warum versuchen wir dann nicht, unser Leben so zu gestalten, dass auch andere - Menschen und Tiere - in Frieden leben können? Auf dem Teller könnten wir anfangen.

Wie man fleischfrei und trotzdem lecker essen kann, das wurde am Büffet vorgeführt, das die Rückkehrenden vor der Liebfrauenkirche erwartete. Hier gab es Frikadellen aus Buchweizen und aus Getreideschrot, Schnitzel aus Soja, Pizzaschnecken mit Sojahack, Zupfbrot mit Kräutern, Maismuffins, Erdnussplätzchen, Knusperkekse und - das Allerschönste - lauter zufriedene, glückliche Gesichter. Ein guter Tag für die Tiere! (mh)

Wandern für Tiere

"Mitgeschöpfe im Blick" aus der Serie "Mensch Bach - Zum Draufrumdenken":


Die Kolumne "Mensch Bach" wird jeden Samstag und Sonntag um 8:25 Uhr und 14:25 Uhr auf Radio Westerwald ausgestrahlt, siehe http://www.radiowesterwald.de. Einzelne Beiträge sind auch eingestellt auf der Website von Gunnar Bach, https://menschbach.wordpress.com/





Veganer Markt in Ahrweiler

Veganer Markt

Am Sonntag, dem 29. April 2018, fand zum fünften Mal der vegane Markt in Ahrweiler statt. Zum bunten Treiben gehörten Musik und Tanz, Info- und Verkaufsstände, Lesungen und Fachvorträge. Alex (von den Tiwis) war eingeladen, einen Vortrag zu halten zum Thema "Die Würde der Tiere - eine theologische Wertschätzung".

Alex stellte die Tiwis und ihre Arbeit vor: Wir Tiwis setzen uns innerhalb der Kirchen dafür ein, dass Tiere als unsere Mitgeschöpfe weiter ins Blickfeld rücken und die Menschen lernen, dass auch die Tiere ein würdiges Leben verdient haben. Denn Tiere sind von Gott in Liebe geschaffen, für gut befunden und gesegnet. Alex erläuterte theologische Argumente, die dies untermauern.Veganer Markt

Uns Tiwis ist es weiterhin sehr wichtig, die Auswirkungen der Massentierhaltung ins Bewusstsein der Christen und Christinnen zu rufen. Es ist dringend an der Zeit, dass wir Menschen endlich anfangen, die Verantwortung für die Schöpfung und unsere Mitgeschöpfe zu übernehmen, wie sie uns im biblischen Sinne zukommt - statt Schöpfung und Mitgeschöpfe als Ware, als reines Rohmaterial auszubeuten.

Alex bekam viel positive Resonanz auf ihren Vortag. Christinnen und Christen auf dem Markt sprachen sie an und drückten ihre Freude darüber aus, dass dieses Thema innerhalb der Kirchen endlich an Wichtigkeit gewänne. Andererseits kamen viele Menschen, die sich als Atheisten oder nichtreligiöse Menschen bezeichneten, und zeigten sich ebenfalls erfreut, dass sich doch etwas tue in den Kirchen.





Jugendwallfahrt 2018

Jugendwallfahrt 2018Am 28.04. pilgerte die Katholische Fachstelle für Jugendarbeit (KFJ) Westerwald/ Rhein-Lahn mit über 90 Jugendlichen von Alpenrod ins Kloster Marienstatt. Unterwegs waren die Jugendlichen an mehreren Stationen angehalten, einen kritischen Blick auf die globale Entwicklung des Klimawandels zu werfen. Eine dieser Stationen wurde von Alex (von den Tiwis) betreut. Sie war eingeladen, über ihre persönlichen Beweggründe zu sprechen, warum sie vegan lebt.

Zunächst sprach Alex über die aktuellen Auswirkungen des massenhaften Konsums von Tieren und Tierprodukten: Für die Tiere, die in Deutschland und Europa konsumiert werden, müssen Futtermittel importiert werden. Sojaschrot und Getreide werden aus Schwellen- und Entwicklungsländern eingeführt. Dort wird der Regenwald abgeholzt. Die Pflanzen, die dort angebaut werden, stehen den Menschen dort nicht zur Nahrung zur Verfügung. Wir nehmen ihnen die Lebensmittel vor der Nase weg und verfüttern sie an unsere Tiere, die wir dann essen. Mit der Produktion von Fleisch hat man einen riesigen Wasserbedarf. Die Erde steckt in einer verheerenden Wasserkrise, worunter auch wieder die ärmsten der Armen leiden. Wer Fleisch isst, isst das Brot der Armen! Je mehr tierische Produkte wir essen, desto weniger Menschen können weltweit ernährt werden.

Die hohen Tierzahlen zur Produktion von Fleisch und tierischen Produkten bringen hohe Mengen an Exkrementen mit sich - die Gülle -, was zu einer extremen Nitratbelastung des Grundwassers führt! Ein weiteres Problem ist der enorme Ausstoß an Klimagasen. Massentierhaltung produziert weltweit mehr Klimagase als das gesamte Verkehrsaufkommen und Belastungen aus der Industrie.

Eine direkte Auswirkung der Massentierhaltung auf unser Leben ist die rasant wachsende Gefahr der antibiotikaresistenten Keime: Die Tiere in den Megaställen - insbesondere Hennen und Schweine - bekommen ständig Antibiotika mit dem Futter. So bilden sich Keime heraus, die gegen alles Mögliche resistent sind. Wenn solche Keime auf Menschen übertragen werden, kann dies tödlich enden. Es sind schon viele Menschen an multiresistenten Keimen gestorben, und die Zahlen sind aktuell dramatisch steigend.

In deutschen Schlachthäusern arbeiten fast ausschließlich rumänische und osteuropäische Arbeiter, und zwar zu Hungerlöhnen. Deutsche wollen diese Arbeit kaum noch machen. Denn die Zustände in Mast und Schlachtung sind kaum zu ertragen. Oft wird nicht einmal Mindestlohn gezahlt. Die Arbeitsbedingungen sind unwürdig.Jugendwallfahrt 2018

Im zweiten Teil sprach Alex dann über die Tiere an sich: Die Haltungsbedingungen sind sehr grausam. Nur so kann auf Billigstniveau produziert werden. Das Leid der Tiere ist unermesslich und keiner von uns will es sehen - es herrscht brutale Gewalt. Es gibt viel zu lange Transporte, die Tiere sind zusammengepfercht, erleiden Hunger und Durst, Stress und Angst. Endstation ist das Grauen schlechthin: der Schlachthof. Wer mutig ist, kann sich im Internet Videos anschauen.

Es ist ein Leid, dass man nicht mit ansehen kann - dabei wissen wir, dass die Tiere intelligent sind, gerne spielen und Aufgaben lösen und komplexe soziale Bindungen eingehen. Aber wir behandeln sie als Waren. Als Dinge, als Rohstoffe.

Alex' Intention war es, den Jugendlichen eine Idee davon zu vermitteln, warum sie in diesem Kreislauf nicht mitmachen möchte.

Das ist die Realität: über Jahrhunderte haben sich die Menschen - auch gerade die Christen - als die Krone der Schöpfung verstanden. Sie dachten, sie dürften ihre Mitgeschöpfe ausbeuten, ohne Rücksicht. Dabei haben auch Tiere unsere Barmherzigkeit verdient!

Jetzt stehen wir kurz davor, der Schöpfung irreparable Schäden zuzufügen. Wir müssen endlich aufwachen und Verantwortung übernehmen.

Jugendwallfahrt 2018Alex berichtete darüber, dass sie daran glaubt, dass Gott auch die Tiere liebt. Sie teilen sich übrigens ein und denselben Schöpfungstag mit uns. (Der 6. Tag: Tiere und Menschen werden gemacht.)

Und wir haben die Verantwortung. Das Tier kann nicht entscheiden, was es tut, wie es sich ernährt. Wir Menschen aber können das. Wir haben die Vernunft, wir können moralisch handeln. Wenn wir Menschen uns allein in den Mittelpunkt stellen, dann missbrauchen wir die Schöpfung und die Tiere als bloßes Material in einer wahnwitzigen Maßlosigkeit. Wir kommen unserer Aufgabe der Verantwortung nicht nach.

Alex erzählte von ihrer persönlichen Entscheidung, die sie vor langer Zeit getroffen hat, dieses System nicht zu unterstützen, welches nur Verlierer produziert: brutal behandelte Tiere, hungernde und ausgebeutete Menschen und eine zerstörte Schöpfung.

Alex drückte den Wunsch aus, dass immer mehr Menschen über die Zusammenhänge nachdenken. Ein tierfreundliches Leben ist gar nicht so schwer. Genuss kann man auch ohne tierische Produkte haben, man muss nur lernen, anders zu kochen. Schritt für Schritt.

Zum Schluss stellte Alex noch einmal klar heraus, dass sie von keinem der Zuhörenden verlangt, dass alle auf der Stelle aufhören, Fleisch zu essen. Wichtig sind kleine Schritte. Immer weniger Fleisch essen. Immer mehr andere Dinge ausprobieren. Und so kann die Welt Stück für Stück verbessert werden. Man kann die Gewalt vom eigenen Teller verbannen ... Diese Gedanken stehen uns als Christen gut an. Gott hat die gesamte Schöpfung in Liebe geschaffen.

Die Resonanz auf den Vortag war durchweg positiv. Viele waren sich der Auswirkungen des Systems überhaupt nicht bewusst gewesen

Der Link zur Veranstaltung der KFJ

Jugendwallfahrt 2018

(Bilder mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Fachstelle für Jugendarbeit (KFJ) Westerwald/Rhein-Lahn)





Stadtdekan Pfarrer Nebel zu Gast bei den Tiwis

Am 06.04.2017 hatten die Tiwis ihr monatliches Treffen in St. Elisabeth und dazu Besuch von Stadtdekan Pfarrer Nebel. Das große Thema des Abends war - passend zu den Kartagen - ein Passus aus dem Glaubensbekenntnis: "hinabgestiegen in das Reich des Todes". Sooft man diesen Satz auch gebetet hat, so schwer ist er doch zu verstehen. Was ist das Reich des Todes? War Jesus, die Zweite Person Gottes, tot? War Gott tot? Geht das überhaupt? Über Nietzsches "Der tolle Mensch" und Papst Benedikts Ausführungen in seiner "Einführung in das Christentum" führte Pfarrer Nebel an die Antworten heran: Tod bedeutet Abkehr von Gott. Die geschieht durch die Sünde. Jesus selbst war ohne Sünde, hat aber aus Liebe zu den Menschen deren Sünde auf sich genommen. Dazu ist er bis aufs Äußerste vorgedrungen ins menschliche Leid, in die Distanz von Gott, um genau dort, wo es am finstersten ist, die Menschen zu erlösen. Durch seinen Tod hat er die Finsternis erhellt, dem Tod den Stachel gezogen.

Vom Reich des Todes aus ging es weiter über Gott und die Welt, genauer gesagt über das Verhältnis Gott - Mensch - Tier. Pfarrer Nebel war es wichtig, sich von dem verbreiteten positivistischen Verständnis zu distanzieren, nach dem der Mensch nichts anderes ist als alle anderen Tiere. Immerhin sei er die Krone der Schöpfung. Ja, kam es aus den Reihen der Tiwis, nur werde dieses gekrönte Dasein reichlich fehlinterpretiert: Statt darin den Auftrag zur Fürsorge und Verantwortung zu sehen, leite der Mensch daraus Ansprüche ab. Es sei für ihn eine Lizenz zur Ausbeutung, und das sei verhängnisvoll für die Schöpfung als Ganzes und besonders grausam für die Tiere. Dass der Mensch sich an den Tieren versündigt, dem stimmte auch Pfarrer Nebel zu. Wer Gott, den Schöpfer, liebt, kann nicht lieblos mit seinen Geschöpfen umgehen.

Die nächste Frage war pragmatischer Art: Warum tun sich Christinnen und Christen so schwer mit einem würdevollen Umgang mit Tieren? Über Augustinus und die Manichäer kam die Diskussion zu einem einfachen Ergebnis: Moral kostet! Damit es den Tieren besser gehen kann, muss der Mensch seine Maßlosigkeit aufgeben. Statt nach Lust und Laune und mehrfach täglich Fleisch zu essen, müsste er sich beschränken. Wichtig sei, finden die Tiwis, dass Appelle zur Mäßigung auch von der Kanzel aus erfolgten. Das komme nicht nur den Tieren zugute, sondern letztlich auch der Kirche. Die könne nur gewinnen, wenn sie sich rigoros einsetze für die Schwachen, die sich nicht selbst wehren könnten. Das stärke ihre Glaubwürdigkeit.

Zum Schluss wurde zusammen gebetet: Möge Gott helfen, dass wir Menschen die Verantwortung, die er uns schenkt, annehmen und zum Wohl der Schöpfung ausüben.




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